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März 2018

Wie hemmt der Fachkräftemangel die Digitalisierung in Hessen?

27.03.2018 - PRESSEANFRAGE von Marc Kuhn, Offenbach Post VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert: „Die Unternehmen in Hessen suchen immer mehr Informatiker und andere qualifizierte Mitarbeiter für Informations- und Kommunikationstechnik. Im vergangenen Jahr haben sie in diesem Bereich insgesamt rund 9.000 Stellen neu ausgeschrieben - fast ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die Zahl der sozialversichert Beschäftigten in diesem Bereich ist allein im letzten Jahr um über 5.000 auf rund 78.000 angewachsen. Besonders nach Softwareentwicklern und Programmierern müssen die Unternehmen häufig lange suchen: Im Durchschnitt 158 Tage länger als geplant.“*

In den MINT-Studiengängen (Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften) hat sich die Zahl der Studienanfänger seit dem Studienjahr 2007/8 von 131.000 auf 198.000 in 2016/17 um gut die Hälfte erhöht. Die Berufs- und Studienorientierung zu stärken schreibt das Schulgesetz jetzt auch in gymnasialen Oberstufen verpflichtend vor. Aber alle diese Verbesserungen reichen offensichtlich bei weitem nicht aus, die vorhandenen und sich vergrößernden Lücken zu füllen.
„Digitale Kompetenz wird in fast allen Berufen benötigt, denn digitale Instrumente erweitern die Möglichkeiten der Kommunikation, Information und Weiterbildung in der Arbeitswelt. Es wird nur wenige Bereiche geben, die sich durch die Digitalisierung nicht beeinflusst werden. Durch ihre Nähe zur betrieblichen Praxis und die schnelle Anpassung der Berufsbilder an die neuen Anforderungen wird die duale Berufsausbildung gestärkt. Die M&E-Ausbildungsberufe z.B. enthalten seit 2018 Zusatzmodule für Tätigkeiten, die durch die Digitalisierung in den Unternehmen neu entstehen.

Daneben entstehen aber auch völlig neue Ausbildungskonzepte, denn Online-Lernen ergänzt und erweitert die Möglichkeiten, Menschen zu erreichen. So hat z. B. das 2015 gegründete Startup CodeDoor sich darauf spezial­isiert, Flüchtlinge zu dringend benötigten Fachkräften in der IT auszubilden und kann 90 % seiner Absolventen nach ca. 8 Monaten bereits vermitteln. Unternehmen stellen ihren Mitarbeitern Plattformen zur Verfügung, über die sie Lernen oder sich mit Kollegen vernetzen können, um Themen gemeinsam zu behandeln.

*Zum Vergleich in ganz Deutschland - so BITKOM vom 17.11.2017 - ist die Zahl der offenen Stellen für IT-Fachkräfte um 8 Prozent auf 55.000 Stellen gewachsen. 23.500 der freien Stellen entfallen auf die IT- und Tele­kommunikationsbranche (ITK-Branche) selbst. In den Unternehmen, die ITK nur anwenden, sind derzeit 31.500 IT-Stellen frei.

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